Diskurse zu chinesischen Infrastrukturprojekten: Entwicklungsstrategie oder Herrschaftssicherung?

Prof. Dr. Bettina Gransow, Freie Universität Berlin

Infrastrukturbauten als Mittel zur Entwicklung des Landes und zur Festigung der Herrschaft haben in China eine lange Tradition. Angefangen von der Legendenbildung um rivalisierende  Schulen früher Wasserbau-Ingenieurskunst über das Für und Wider zu Chinas Strategie wirtschaftlichen Wachstums durch Infrastruktur bis hin zu unterschiedlichen Narrativen zur Neuen Seidenstraße und zu den sich als wertebasierten systemischen Alternativen verstehenden Infrastruktur-Initiativen der USA und der EU („Global Gateway“) sollen anhand von ausgewählten Beispielen aus Geschichte und (besonders) Gegenwart Chinas Diskurse und Kontroversen in ihren jeweiligen Kontexten dargestellt werden.

Bettina Gransow ist Apl. Professorin für Sinologie am Ostasiatischen Seminar der Freien Universität Berlin. Von 2003 bis 2016 war sie Gastprofessorin für Politik und Gesellschaft Chinas am Ostasiatischen Seminar und am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der FU Berlin; von 2009-2012 Gastprofessorin an der Fakultät für Soziologie und Anthropologie der Sun Yatsen Universität in Guangzhou. Zu den aktuellen Schwerpunkten ihrer sozialwissenschaftlichen Chinaforschung gehören u. a. migrantische Räume und Megastadtentwicklung in China, Geschichte und Theorieentwicklung chinesischer Soziologie sowie Sozialverträglichkeitsprüfungen chinesischer Infrastrukturprojekte.

Montag, 27. Juni 2022, 18.15 Uhr