Die „Neue Seidenstraße“ – Zur politischen Ökonomie eines Jahrhundertprojekts

Prof. Dr. Markus Taube, Universität Duisburg-Essen

Die globale Ordnung befindet sich derzeit in einem Stadium kritischer Unsicherheit und Neuausrichtung. Die Neue Seidenstraße ist sowohl Symptom und als auch verstärkende Kraft dieses Phänomens insofern sie nicht nur ein konkretes Modell zur Neugestaltung globaler Wirtschaftsstrukturen vorträgt, sondern auch ein effizientes Instrument zur Verbreitung chinesischer Interessen und Ordnungskonzeptionen darstellt. Letzteres fordert die etablierten Mächte in Amerika und Europa in ihrem Führungsanspruch heraus und führt zu Konflikten. Der Vortrag zeigt die Konfliktlinien auf und diskutiert die unterschiedlichen Strategien und Maßnahmen mit denen die Akteure agieren.

Prof. Dr. Markus Taube versucht seit über drei Jahrzehnten zu verstehen, wie die chinesische Volkswirtschaft funktioniert, was die Leistungsstärke chinesischer Unternehmen ausmacht und wo europäische Unternehmen die Chance auf ein win-win finden können. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Ostasienwirtschaft / China und Direktor des IN-EAST Institut für Ostasienwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen. Er leitet zudem als Ko-Direktor das Konfuzius Institut Metropole Ruhr. Markus Taube hält diverse Gastprofessuren sowie Beirats- bzw. Kuratoriumspositionen. Aktuelle Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte liegen auf Industriepolitik und dem state-business Nexus in China. Der gegenwärtige sino-amerikanische Handels-und Technologiekrieg sowie die im Entstehen begriffene „Neue Seidenstraße“ interessieren ihn insbesondere in ihrer Bedeutung für die Ordnung der Weltwirtschaft und die globalen Wertschöpfungsketten.

Montag, 1. März 2021, 18.15 Uhr