Im Zusammenhang mit dem Workshop „Deutscher Kolonialismus in China und der Kolonialkrieg 1900/1901. Gegenwärtige wissenschaftliche, politische und kunsthistorische Perspektiven“ gestaltet das Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin einen Ausstellungsraum zum Themenfeld Deutscher Kolonialismus in China. In Rahmen dieses Schwerpunkts werden zwei Projekte präsentiert:
Die Posterausstellung „Kolonialpolitik und Wissensproduktion – Carl Arendt (1838-1902) und die Entwicklung der Chinawissenschaft“, erstmals 2017 gezeigt, beleuchtet das Leben und Werk des Sprachwissenschaftlers Carl Arendt im Spannungsfeld von Politik und Wissenschaft. Die Darstellungen bilden dabei einerseits die Rolle Deutschlands bei der (Halb)Kolonisierung Chinas ab, andererseits lässt sich in ihnen die Entstehung und Ausprägung der modernen China-Studien nachvollziehen.
Die Filmarbeit „Zwischen den Wellen / Between the Waves“ der Künstlerin und Journalistin Ye Charlotte Ming untersucht die Geschichte der deutschen Kolonialherrschaft in Qingdao und verknüpft dabei persönliche Erinnerungen, historische Bilder und eigene Migrationserfahrungen der Künstlerin. Durch die Verbindung von aktuellen Aufnahmen und Archivmaterial wie Reiseführern und Fotografien geht der Film der Frage nach, auf welche Weise die hier eingebundenen deutschen Perspektiven das Narrativ der Geschichte Qingdaos geprägt haben. Durch die Verflechtung persönlicher und historischer Erzählung hinterfragt die Künstlerin den kolonialen Blick und richtet ihn neu aus, um zeitgenössische Migrationserfahrungen zu reflektieren.
Vernissage mit einführenden Worten von Prof. Dr. Dr. h.c. Mechthild Leutner und einer Einführung der Künstlerin Ye Charlotte Ming.