Deutscher Kolonialismus in China und der Kolonialkrieg 1900/1901

Gegenwärtige wissenschaftliche, politische und kunsthistorische Perspektiven

Leitung: Prof. Dr. Chen Hongjie, Peking-Universität, Prof. Dr. Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin, Dr. Pan Lu, Peking-Universität

Ziel des Workshops ist die Aufarbeitung und Diskussion deutscher kolonialer Expansion in China und ihre Relevanz für die deutsch-chinesischen Beziehungen der Gegenwart. Dabei geht es um die bessere Vernetzung deutscher und chinesischer Debatten und bislang nebeneinander laufender Themenbereiche. Erstens soll der Stand der wissenschaftlichen Forschung zum deutschen Kolonialismus in China (Einbindung des Deutschen Reiches in das (halb)koloniale System in China, die deutsche Kolonie Kiautschou und die Rolle Deutschlands im Krieg 1900/1901) vorgestellt und diskutiert werden. Zweitens geht es um die gegenwärtige Präsenz, die Aufarbeitung und Erinnerung der deutschen Kolonialzeit in China, wie sie in Deutschland unter dem Begriff „postkolonial“ und in China unter dem Begriff „Lehren aus der Geschichte“ stattfindet. Das betrifft den beiderseitigen politischen und zivilgesellschaftlichen Umgang mit dem kolonialen Erbe, die mediale Präsentation der Kolonialzeit, die museale Provenienzforschung und Fragen der Restitution von Artefakten, die fiktionale Repräsentation sowie die Präsenz des Kolonialkriegs 1900/1901 im Familiengedächtnis.

Der Workshop findet als Hybridveranstaltung in Präsenz am Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin und digital über die Plattform Cisco Webex statt. Für die Teilnahme ist keine Anmeldung erforderlich.

Für die Teilnahme in Präsenz:
Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin
Goßlerstraße 2-4
14195 Berlin
Raum 203 (großer Hörsaal)

Für die Online-Teilnahme: 

Freitag, 8. Mai 2026 
Beitrittslink: https://fu-berlin.webex.com/fu-berlin/j.php?MTID=m78fe81a4169c4bd8d521c41f30d0f0c2
Webinar-Nummer: 2732 321 0804
Webinar-Kennwort: scUmMmQz287

Samstag, 9. Mai 2026
Beitrittslink: https://fu-berlin.webex.com/fu-berlin/j.php?MTID=m8d6be23a280a42cd32073890a0bf5fa9
Webinar-Nummer: 2790 878 2566
Webinar-Kennwort: SUeAmVF7P47

 

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Workshop-Programm
„Deutscher Kolonialismus in China und der Kolonialkrieg 1900/1901. Gegenwärtige wissenschaftliche, politische und kunsthistorische Perspektiven“

 
Freitag, 8. Mai 2026

10:15 Begrüßung

10:30 Panel I

10:30   Chen Hongjie, Peking-Universität: Sicht chinesischer Intellektueller heute auf die deutsche Kolonialepoche und Konsequenzen für die Wissenschaft

10:45   Mechthild Leutner, Freie Universität Berlin: Perspektiven auf deutschen Kolonialismus in China und die Tradierung kolonialer Denkmuster in Deutschland

11:00   Diskussion

 

11:30  Panel II

11:30   Susanne Kuß, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: Gewalträume im Boxerkrieg 1900/01: Tagebücher deutscher Soldaten

11:45   Sun Lixin, Shandong University: Die Jinpu-Eisenbahn und die Verhandlungen zwischen China und Deutschland

12:00   Diskussion

12:30-14:00   Mittagspause

 

14:00  Panel III

14:00   Wang Hongbo, Chinese Academy of Social Sciences: From the Kettler Memorial Arch to the Defense of Peace Arch: China’s Response to Colonialism (Beitrag entfällt)

14:15   Meng Hong, Renmin University of China: Deutsch geprägte Architektur im Peking der späten Qing-Zeit als Medium des deutschen Kolonialismus und seiner Wirkungen

14:30   Diskussion

15:00   Li Xuetao, Beijing Foreign Studies University: Vom Ereignis zum Denkmal. Das Ketteler-Denkmal und die Erinnerung an den Boxerkrieg in China und Deutschland

15:15   Diskussion

15:30   Pause

 

16:00  Panel IV

16:00   Yuan Hong, The Palace Museum, Beijing: Collaborative ResearchPractices of the Research Center on Overseas Artefacts from Qing Court, the Palace Museum

16:15   Christine Howald, Staatliche Museen zu Berlin, Zentralarchiv: Tracing ‘Boxer War’ Loot in German Museum Collections: A Sino-German Provenance Research Collaboration

16:30   Diskussion

17:00   Ricarda Brosch, Museum am Rothenbaum Kulturen und Künste der Welt: Triumph und Totenkult: Die Besetzung der Kaiserlichen Westgräber der Qing als Bühne imperialer Rivalität (1900–1901)

17:15   Henriette Lavaulx-Vrécourt, Ethnologisches Museum Berlin: 1901 – Auf Einkaufsreise nach China. Friedrich Wilhelm Karl Müller in Peking

17:30   Diskussion

 

Samstag, 9. Mai 2026

10:30 Panel V

10:30   Ulrike Haehn: Die Lans- und Iltisstrasse in Berlin-Dahlem und die Bemühungen für eine Umbenennung und über die Bedeutung von Straßennamen seit der Französischen Revolution

10:45   Kimiko Suda, Humboldt-Universität zu Berlin: Postkoloniale Perspektiven in Berlins Erinnerungskultur zum deutschen Kolonialismus im Asien-Pazifik-Raum: Entwicklungen und Hindernisse

11:00   Diskussion

11:30   Ye Charlotte Ming: Intervention in Colonial Memory: A Journalistic and Artistic Approach („Intervention in koloniale Erinnerung: Ein journalistisch-künstlerischer Ansatz“)

11:45   Diskussion

12:00-13:30   Mittagspause

 

13:30 Panel VI

13:30   Pan Lu, Peking-Universität: Erhalten und Verlust der Lebenskraft – Die Figur Shangguan Jintong in Mo Yans Roman „Big Breasts and Wide Hips“ 丰乳肥臀

13:45   Andrea Valenzuela: Koloniale Stereotypen und Asienexotik in der Populärliteratur am Beispiel von Alice Ekert-Rotholz (1900-1995)

14:00   Diskussion

14:30   Jinyan Zhang, China National Publications Import & Export Corporation (CNPIEC): Digital Repatriation Project for Global China-Related Archival Documents

14:45   Diskussion

15:00   Pause

 

15:15 Panel VII

15:15   Ines Eben von Racknitz, Freie Universität Berlin: Beobachterinnen des Imperiums: Frauen aus dem diplomatischen Milieu und die Boxerunruhen 1900

15:30   Dietlind Wünsche, Universität Heidelberg: Die Teilnahme am Kolonialkrieg 1900/1901 im Blick der Nachgeborenen – Motive und Legitimationsstrategien deutscher Soldaten

15:45   Diskussion

16:15   Yu Fang, Tsingtau-Nachfahren-Bund für deutsch-chinesische Freundschaft: Gedanken zur Spurensuche mit den Nachkommen der ehemaligen deutschen Einwohner Qingdaos

16:30   Nicola Kuhn: Der chinesische Paravent. Familiäres Erbe als Erinnerungsort

16:45   Diskussion

 

17:15   Schlussdiskussion

Freitag-Samstag, 8.-9. Mai 2026

Hybrid-Veranstaltung