Ziel des Workshops ist die Aufarbeitung und Diskussion deutscher kolonialer Expansion in China und ihre Relevanz für die deutsch-chinesischen Beziehungen der Gegenwart. Dabei geht es um die bessere Vernetzung deutscher und chinesischer Debatten und bislang nebeneinander laufender Themenbereiche. Erstens soll der Stand der wissenschaftlichen Forschung zum deutschen Kolonialismus in China (Einbindung des Deutschen Reiches in das (halb)koloniale System in China, die deutsche Kolonie Kiautschou und die Rolle Deutschlands im Krieg 1900/1901) vorgestellt und diskutiert werden. Zweitens geht es um die gegenwärtige Präsenz, die Aufarbeitung und Erinnerung der deutschen Kolonialzeit in China, wie sie in Deutschland unter dem Begriff „postkolonial“ und in China unter dem Begriff „Lehren aus der Geschichte“ stattfindet. Das betrifft den beiderseitigen politischen und zivilgesellschaftlichen Umgang mit dem kolonialen Erbe, die mediale Präsentation der Kolonialzeit, die museale Provenienzforschung und Fragen der Restitution von Artefakten, die fiktionale Repräsentation sowie die Präsenz des Kolonialkriegs 1900/1901 im Familiengedächtnis.
Das detaillierte Workshop-Progamm und die Zugangsdaten zur digitalen Zuschaltung werden zeitnah veröffentlicht