In ihrem neuen Buch „Kinder der roten Erde“ erzählt die Autorin Luo Lingyuan anhand der Romanfigur Xiao Sina auf literarische Weise vom Leben ihrer Mutter in den von Umbrüchen gezeichneten Anfangsjahren der Volksrepublik China. Als achtjähriges Mädchen zieht Sina mit ihrer Familie vom Dorf in eine kleine Stadt, wo ihr Vater eine gut laufende Ölpresse betreibt. Zu Beginn der 1950er Jahre wird ihr Vater während der Bodenreform als „Grundbesitzer“ eingestuft und muss fliehen, die Mutter wird verhaftet. Sina gelingt es dennoch, als Studentin an einer pädagogischen Hochschule im Süden Chinas aufgenommen zu werden. Das Studium bringt Sina neue Perspektiven und Lebensmöglichkeiten, aber auch große Herausforderungen und weitere Schicksalsschläge. Die Autorin zeichnet dabei in ihrem Roman ein komplexes Bild persönlicher und gesellschaftlicher Beziehungen vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Entwicklungen Chinas der 1950er Jahre.
Luo Lingyuan 罗令源, geboren 1963 in der VR China, studierte Journalismus in Shanghai und lebt seit 1990 in Berlin. Sie veröffentlichte mehrere Romane und Erzählbände, darunter Die chinesische Delegation, Sehnsucht nach Shanghai und Das fragile Glück der Harmonie. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis (2007), der Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis (2017) und das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste Berlin (2020). Im Jahr 2025 war sie Literaturstipendiatin der Stiftung Preußische Seehandlung. Seit Januar 2026 ist sie zur Burgschreiberin zu Beeskow.
Im Anschluss an die Präsentation wird die Autorin gerne ihr Buch für Sie signieren.
Luo Lingyuan: Kinder der roten Erde, Secession Verlag Berlin 2026.