Lesungen 2024

LESUNGEN

Dienstag, 23. April 2024
China, mein Vater und ich. Über den Aufstieg einer Supermacht und was Familie Lee aus Wolfsburg damit zu tun hat
Felix Lee
Als der in Nanjing geborene Lee Wenpo 1948 mit 12 Jahren nach Taiwan floh, hätte er sicher nicht gedacht, dass er 30 Jahre später als Vertreter für VW eines der ersten deutsch-chinesischen Joint-Ventures in China mitaufbauen und die Wirtschaftsentwicklung Chinas und den internationalen Aufstieg des Landes vor Ort erleben würde. Als einer der Architekten des China-Geschäfts von VW leistete er einen maßgeblichen Beitrag zur Förderung der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen und der Modernisierung der chinesischen Automobilindustrie. Anhand der Geschichte seiner Familie erzählt Felix Lee die bewegte Zeitgeschichte und rasante Entwicklung Chinas noch einmal neu: Pointiert, facettenreich, voller Anekdoten – und mit dem kritischen Blick eines Wirtschaftsjournalisten.
Felix Lee: China, mein Vater und ich. Über den Aufstieg einer Supermacht und was Familie Lee aus Wolfsburg damit zu tun hat. Ch. Links Verlag 2023, 256 S.

Montag, 13. Mai 2024
Der Tag, an dem die Sonne starb
Yan Lianke
Yan Liankes neuestes Buch handelt von unheimlichen Begebenheiten in einem kleinen Dorf. Dort lebt der vierzehnjährige Li Niannian mit seinen Eltern, die einen Bestattungsladen betreiben. Alle nennen ihn den dummen Niannian, doch gerade er wird zum unbestechlichen Chronisten der Ereignisse, die sein Dorf heimsuchen. Es beginnt mit einer mysteriösen Nacht, in der die Bewohner des Dorfes wie im Traum umherwandeln und dabei ihre unterdrückten Wünsche ausleben. Chaos bricht aus, als immer mehr Menschen diesem Phänomen erliegen. Als der Morgen anbricht und der Sonnenaufgang ausbleibt, ist es an Niannian und seinem Vater, das Rätsel dieser nicht endenden Nacht zu lösen…
Yan Lianke: Der Tag, an dem die Sonne starb. Matthes & Seitz Berlin 2024, 366 S.
Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe „China lesen: Im Gespräch mit chinesischen Schriftsteller:innen“, organisiert vom Institut für Chinastudien der Freien Universität Berlin (Prof. Guder) und dem Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin.

Dienstag, 19. November 2024
Abschied von Shanghai? Maskee!
Hilke Veth
Als der junge Deutsche Wilhelm Wendt 1899 in Hongkong an Land geht, ahnt er nicht, was ihn erwartet und wie sehr China sein Leben und das seiner Kinder prägen wird. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es ihm, in dem für ihn fremden Land und der europäischen Kolonialgesellschaft seinen Platz zu finden. Schließlich trifft er aus gesellschaftlichen Zwängen eine Entscheidung für sein Leben, die weitreichende Folgen hat. Erst seine Enkelin kommt dem Familiengeheimnis mehr als hundert Jahre später auf die Spur, als sie nach dem Tod ihrer Mutter in alten Unterlagen die Geschichte ihrer Familie in China erkundet. Ihre Nachforschungen rücken das Bild einer Chinesin in der Fotosammlung der Familie in ein neues Licht.
Hilke Veth, selbst in Shanghai geboren, lässt in ihrem Roman die Geschichte der »Chinadeutschen« aus der Perspektive einer Familie lebendig werden und gibt Einblicke in das Leben in den Handelsmetropolen entlang der chinesischen Ostküste vor dem Hintergrund von politischen Machtkämpfen, Kriegen und den gesellschaftlichen Umbrüchen in China und Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Hilke Veth: Abschied von Shanghai? Maskee! Pirmoni Verlag 2024, 344 S.