Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin
 

Vorträge

Chinas Politik der „neuartigen Urbanisierung“
Ein neuer Ansatz für ländliche Entwicklung?

Prof. Dr. Elena Meyer-Clement, Freie Universität Berlin

Aus ländlicher Perspektive ist Chinas Urbanisierungsprojekt nicht nur eine Geschichte von Modernisierung und sozialem Wandel, sondern auch von gewalttätigen Konflikten um Bodenenteignungen, Umsiedlungen und die Zerstörung von Dörfern. Die chinesische Führung begegnet den Unruhen seit einigen Jahren mit dem politischen Programm der sogenannten „neuartigen Urbanisierung“. Diese soll grundsätzlich humanistisch geprägt sein und die Teilhabe der ländlichen Bevölkerung an den Früchten der Urbanisierung verbessern. Der Vortrag stellt Chinas Politik der „neuartigen Urbanisierung“ vor und erörtert ihre Bedeutung für die ländliche Entwicklung. Dabei gibt er Einblick in wichtige Reformprozesse, insbesondere in der Migrations- und der Bodenpolitik, und fragt nach den möglichen Auswirkungen auf die konflikthaften Wandlungsprozesse in Chinas ländlichem Raum.

Montag, 2. Juli 2018, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Neue Wege mit chinesischer Pekingoper

Anna Peschke

Die Regisseurin Anna Peschke inszenierte 2015 die zeitgenössische Pekingoper „Faust“ in Zusammenarbeit mit der National Beijing Opera Company und der italienischen Theaterstiftung Emilia Romagna (ERT).

Anna Peschke wird von ihren Erfahrungen der Inszenierung berichten und schildern, wie die Synthese von westlichem Performance-Theater, Goethes Klassiker und Pekingoper möglich wurde.

Wo kamen Experimente und Neuerungen zustande? Wo und aus welchen Gründen wurde die Tradition gewahrt?

Erläuternd gibt sie eine Einführung in die traditionelle Pekingoper: die Rollenfächer und Kostüme, die Darstellungsregeln und Codes sowie die Besonderheiten des Bühnenbildes.

Montag, 10. September 2018, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Deutsch-chinesische Beziehungen in der Gegenwart:
ein​ ​stabiler Faktor angesichts sich neu formierende​r​ internationaler​ Beziehungen?

Prof. Dr. Lian Yu-ru, Peking-Universität

Weitere Informationen werden zeitnah bekannt gegeben.

Montag, 17. September 2018, 18.15 Uhr

Vergangene Vorträge

Chinese early views of transnational cultural dialogue
and their recent revival
侨学 or Qiaology in the eyes of Li Shizeng 李石曾
and its new interpretation

Prof. Marianne Bastid-Bruguière, Institut de France, Paris

It is not in the past forty years only that China has been deeply engaged in global cultural exchange and dialogue. In the first half of the 20th century, Chinese elites and many ordinary Chinese people experienced extended contacts with the world outside China and discussed about what should be borrowed or imitated in the foreign world of knowledge and techniques in order to improve their own living, or to enrich China. Some developed a broader and more original reflection about the actual working, use and meaning of international intercourse. The founders of this reflection were four friends and major figures of the late Qing and Republican period, Li Shizeng 李石曾 (1881-1973), Wu Zhihui 吴稚晖 (1865-1953), Cai Yuanpei 蔡元培 (1868-1940) and Zhang Jingjiang 张静江 (1877-1950). They looked at this reflection and investigation as both a new branch of learning and a new tool of social engineering, and called it qiaoxue 侨学, translatable as “overseas learning”. After having fallen into oblivion after 1950, the idea of qiaoxue has been rediscovered some ten years ago by Chinese scholars interested in comparative literature, modern thought and culture and was changed into the idea of qiaoyixue 侨易学, the study of changes brought about by expatriation.

The lecture discusses the concept of qiaoxue as shaped by Li Shizeng and his friends in the first half of the 20th century, and looks into its revival, its transformation into qiaoyi, and its significance in the early 21st century.

Montag, 22. Januar 2018, 18.15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Die Neue Seidenstraßeninitiative als Entwicklungsstrategie und ihre Chancen für Europa

Prof. Dr. Shiwei Shi, University of International Business
and Economics, Beijing

Die aktive Teilnahme an der Globalisierung hat China in den letzten 30 Jahren hohes Wachstum gebracht. Mit der Neuen Seidenstraßeninitiative will die chinesische Regierung neue Impulse für eine vertiefte Integration der Weltwirtschaft geben und Chinas Erfahrungen und Kapazitäten weltweit teilen. Gleichzeitig sichert und baut China seine Marktposition weiter aus. Kern der Neuen Seidenstraßeninitiative ist der Aufbau einer interkontinentalen Infrastruktur. Welche Bedeutung hat die Initiative für eine Neue Seidenstraße für Europa?

Montag, 5. Februar 2018, 18.15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

»Beauty without order«. Der europäische Landschaftsgarten –
ein Kulturimport aus China?

Dr. Hans von Trotha, Berlin

Die Gartenkunst, meinte A.W. Schlegel, sei die einzige Kunst, in dem die Engländer „Anspruch machen können, original zu sein". Er meinte damit den Landschaftsgarten, der Europa im 18. Jahrhundert unter dem Namen Englischer Garten flächendeckend prägte. In China hatte es Landschaftsgärten schon Jahrhunderte zuvor gegeben. Da lag und liegt der Schluss nahe, Europa habe sich hier an der chinesischen Tradition orientiert. Doch ist das wirklich ein folgerichtiger Schluss? Der Vortrag geht dieser Frage anhand von Quellen und Fallbeispielen nach.

Montag, 5. März 2018, 18.15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)

Konzepte und Entwicklungen der chinesischen Berufsbildung

Dr. Liu Lixin, ​​Gesandter-Botschaftsrat für Bildung der Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland

Dr. Liu Lixin wird in seinem Vortrag die Reformen der chinesischen Berufsbildung vor dem Hintergrund von 40 Jahren wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen seit Beginn der Öffnungspolitik 1978 darstellen. Gleichzeitig werden aktuelle Tendenzen und zukünftige Entwicklungsziele im Hinblick auf die Erfahrungen sozioökonomischer Umbrüche beleuchtet.

Dr. Liu Lixin ist Gesandter-Botschaftsrat der Botschaft der Volksrepublik China. Er hat mehr als 25 Jahre die Bildungskooperation zwischen China und Deutschland betreut und zahlreiche bilaterale Programme und Projekte mitgestaltet und bei der Umsetzung mitgewirkt. Von Oktober 2012 bis Februar 2017 war er stellvertretender Leiter des Zentralinstituts für Berufliche Bildung des Bildungsministeriums der VR China.

Montag, 28. Mai 2018, 18:15 Uhr

Konfuzius-Institut an der FU Berlin

Chinas Rolle in einer globalisierten Welt
Verständnis der inneren Beschaffenheit Chinas

Prof. Dr. Thomas Heberer, Universität Duisburg-Essen

Der Vortrag befasst sich primär mit der aktuellen inneren Verfasstheit Chinas. Ausgehend von der Funktionalität des chinesischen Staates als „Entwicklungsstaat“ versucht Thomas Heberer das Verhalten und die Strategien dieses Staates und seiner Interaktion mit der Gesellschaft nachzuvollziehen und zu erklären, speziell auch im Hinblick auf die Ergebnisse des 19. Parteitages im letzten Oktober. Der mosaikhafte Charakter Chinas, d.h. die regionale, kulturelle und damit auch politische Heterogenität wird in dem Vortrag besonders betont.

Montag, 18. Juni 2018, 18:15 Uhr

R. 203 (großer Hörsaal)