
Erst kürzlich von Feldforschungen auf dem afrikanischen Kontinent zurückgekehrt, lenkt Karsten Giese den Blick von viel diskutierten und durchaus streitbaren Großprojekten Chinas in Afrika auf die vielen tausend Familienunternehmen im Handel, die sich überall im urbanen Afrika angesiedelt haben und in ihren Geschäfts- und Arbeitsbeziehungen zur lokalen Bevölkerung einer ganz anderen Logik folgen. Es werden Interaktionsformen, Probleme der interkulturellen Kommunikation sowie die Rolle chinesischer Kleinunternehmer als Agenten sozialer Innovation diskutiert.
Karsten Giese ist wissenschaftlicher Referent am GIGA Institut für Asien-Studien Hamburg und international anerkannter Experte für Außen- und Sicherheitspolitik der VR China, soziokulturellen Wandel, Internet und Migration.
R. 203 (großer Hörsaal)
Die große Mauer ist die chinesische Sehenswürdigkeit, weltweit eine Attraktion und Symbol für das Reich der Mitte. Verlässliches ist über die gewaltige Grenzbefestigung jedoch kaum bekannt. Der Vortrag stellt die Mauer im Bild vor, berichtet von Recherchereisen und fasst die wichtigsten neuen Erkenntnisse zur Geschichte der Grenzbefestigungen Chinas zusammen.
Hans-Wilm Schütte ist Sinologe, freier Publizist und zählt durch seine Chinareiseführer (Marco Polo, Baedeker) zu den meistgelesenen deutschen China-Autoren. Das von ihm mitherausgegebene "Große China-Lexikon" ist längst ein Standardwerk.
R. 203 (großer Hörsaal)
Grünes Wachstum ist im Jahr der "Rio +20"-Konferenz in aller Munde. Als Rezept gegen den Klimawandel, für mehr Energiesicherheit und für internationale Wettbewerbsfähigkeit hat auch China seine Wachstumsstrategien begrünt. Beobachter schwanken zwischen Begeisterung für die chinesischen Initiativen und Skepsis hinsichtlich der Umsetzung und der Größe der Aufgabe. Der Vortrag führt in die chinesischen Strategien ein und beleuchtet die Chancen, dass China durch grünes Wachstum ökonomische und technologische Dominanz in der Welt erzielen kann.
Doris Fischer ist Ökonomin am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, einem der führenden Forschungsinstitute und Think Tanks zu Fragen globaler Entwicklung und internationaler Entwicklungspolitik weltweit.
R. 203 (großer Hörsaal)
Die Sehnsucht nach einem „neuen“ China prägte das 20. Jahrhundert – und aufbauen sollte es Chinas junge Generation. Sie war es, die 1919 lautstark nach „Demokratie“ und „Wissenschaft“ rief. Dreißig Jahre später erklärte Mao sie zum Hoffnungsträger des Sozialismus. Ob in der „Kulturrevolution“ oder in den 1980er Jahren: Die Visionen der chinesischen Moderne wandelten sich, nicht jedoch der Mythos von der Jugend als Triebfeder alles Neuen. Der Vortrag rückt Jugendliche als oft vergessene, doch umso bedeutendere Gruppe in den Fokus.
Hauke Neddermann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sinologie an der Freien Universität Berlin.
R. 203 (großer Hörsaal)
China wird im Westen eine enorme Bedeutung für die globale Zukunft beigemessen. Wie werden und wurden Zukunftsfragen in China selbst diskutiert? In dem Vortrag wird gezeigt, wie die wechselhafte innere und äußere Lage Chinas Debatten über seine Zukunft geprägt hat.
Nicola Spakowski ist Professorin für Sinologie an der Universität Freiburg. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt bei der Geschichte Chinas seit Beginn des 20. Jahrhunderts.
R. 203 (großer Hörsaal)
Nach der chinesischen Astrologie empfiehlt es sich, im glücksbringenden Jahr 2012 ehrgeizige Projekte in Angriff zu nehmen. Alles verspricht größere Dimensionen anzunehmen — allerdings auch negative Effekte. Ob diese Prognose auch auf chinesische Realitäten im kommenden Jahr passt? Wo liegen die Herausforderungen? Der renommierte Analyst und Berater Eberhard Sandschneider präsentiert seine Einschätzung zur Lage der chinesischen Nation und lädt mit pragmatischen Äußerungen zur Diskussion ein.
Eberhard Sandschneider ist Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstitutes der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und Inhaber des Lehrstuhls für Politik Chinas und Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin.
R. 203 (großer Hörsaal)
General Zu Dashou war begabter Stratege und einer der wichtigsten Akteure im Krieg der Ming-Dynastie gegen die Mandschu (1618-1644), beteiligt an einigen der größten Siege, Niederlagen und Skandale in diesem Krieg. 1642 musste er kapitulieren, doch entgegen des damaligen Ehrenkodex legte er nicht Hand an sich, sondern unterwarf sich den Mandschu. Dies hat seinen Ruf in der späteren Geschichtsschreibung beeinträchtigt.
Im Jahre 1919 erwarb das Royal Ontario Museum in Toronto die Steinskulpturen einer Grabanlage, die nach Überlieferung Zu Dashou gehörte. Der Vortrag widmet sich zunächst der Frage der Glaubwürdigkeit dieser Identifizierung und erzählt dann von Zu Dashous historischer Rolle und den Orten, an denen er tätig war.
Klaas Ruitenbeek ist Direktor des Museums für Asiatische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin. 1996-2009 war er Kustos der Asienabteilung im Royal Ontario Museum, Toronto.
R. 203 (großer Hörsaal)