
Prof. Dr. Eberhard Sandschneider
Der Aufstieg Chinas war in den letzten Jahren im Westen im besten Sinne des Wortes sprichwörtlich. Gebannt haben westliche Akteure auf den ungebrochenen Aufstieg des Landes geschaut und – je nach Stimmungs- und Medienlage – zwischen ausgesprochener Hoffnung, großer Besorgnis und tiefer Angst gewechselt. Ein nüchterner Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen der chinesischen Entwicklung empfiehlt einen anderen, deutlich pragmatischeren und perspektivisch Erfolg versprechenderen Zugang.
Eberhard Sandschneider ist Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstitutes der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sowie Professor für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Zu seinen Fachgebieten zählen: Internationale Beziehungen im Raum Asien-Pazifik, Vergleichende Transformationsforschung sowie Politische Systeme Chinas und Taiwans.
Montag, 6. September 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
mit anschließendem Empfang
Dr. Andreas Steen
Chinesische Rockmusik entwickelte sich im Zuge der Reformpolitik vor mehr als 20 Jahren. Seitdem hat sie auf Veränderungen reagiert und selbst einen Wandel erfahren, der die Haltung unterschiedlicher Generationen reflektiert. Kommerzieller Erfolg und die Selbstzensur der Musikindustrie geben nach wie vor eine konkrete Marschrichtung vor, der zu widerstehen dem „Untergrund“ zunehmend schwerer fällt bzw. gleichgültig ist. Der Vortrag skizziert die Geschichte chinesischer Rockmusik und begibt sich auf die Suche nach ihrem gegenwärtigen "Rebellionsgeist".
Andreas Steen ist Associate Professor für moderne Geschichte und Kultur Chinas an der Aarhus Universität in Dänemark. Chinas Kulturindustrie und Populärkultur im 20. Jahrhundert, insbesondere die Pop- und Rockmusik, sind Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit.
Achtung,Terminänderung:
Montag, 18. Oktober 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
mit anschließendem Empfang
Prof. Dr. Eva Müller
In ihrem Vortrag setzt sich Eva Müller mit der Spiegelung der Welt außerhalb Chinas in Texten wichtiger moderner und gegenwärtiger Autoren auseinander. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Europa und Deutschland, aber auch die USA. Wie erfahren Dichter und Intellektuelle diese Welt, welche Bedeutung gewinnt sie für ihr Denken und Schaffen?
Eva Müller ist Hochschullehrerin, Literaturwissenschaftlerin, Herausgeberin und Übersetzerin chinesischer Literatur. Sie war bis 1998 Professorin für Sinologie an der Humboldt Universität Berlin und bis 2009 Gastprofessorin an der Freien Universität Berlin.
Montag, 1. November 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
mit anschließendem Empfang
Prof. Dr. Dr. h.c. Mechthild Leutner
Montag, 22. November 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Prof. Dr. Wenchao Li
Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) hat sich lebenslang mit China beschäftigt und dabei unermüdlich versucht, die Kultur dieses Landes philosophisch zu durchdringen und sie in einen christlich verstandenen Universalismus zu integrieren. Dabei ist er zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt, die nach wie vor aktuell erscheinen.
Li Wenchao leitet die Potsdamer Leibniz-Editionsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er ist seit 2005 außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin.
Montag, 6. Dezember 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
mit anschließendem Empfang
RA Dr. Rolf Geffken, Hamburg
Rolf Geffken, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Leiter des Instituts für Arbeit – ICOLAIR in Hamburg, spricht über Entwicklungstendenzen im chinesischen Arbeitsrecht seit Inkrafttreten des neuen Arbeitsvertragsgesetzes und die Arbeit chinesischer Arbeitsrechtsanwälte.
Montag, 18. Januar 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
mit anschließendem Empfang
Stefan Schomann, Berlin
Der Journalist und Autor Stefan Schomann berichtet im Rahmen seiner Recherchen für eine GEO-Reportage über die Förderung der Wissenschaft innerhalb Chinas sowie die dabei zutage tretenden Widersprüche und zeigt Bilder der modernsten Forschungsstandorte.
Montag, 1. Februar 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
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Prof. Klaus Mühlhahn, Bloomington
Klaus Mühlhahn rekonstruiert die Art und die Bedeutung globaler Vernetzungen und Verbindungen für die Bewegung des Vierten Mai und anderer zentraler Ereignisse der modernen chinesischen Geschichte. Die Analyse konzentriert sich auf die Auswirkungen sogenannter globaler Momente und Bewegungen auf die Proteste.
Montag, 8. Februar 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
mit anschließendem Empfang
Prof. Dr. Dr. h. c. Mechthild Leutner
China war im 16. Jahrhundert die dominante Wirtschaft im globalen Handel. Mit den zwei Opiumkriegen (1840-1842 und 1856-1860) wurde diese Vormachtstellung gebrochen und das Land nicht nur gewaltsam in die Weltgesellschaft eingebunden, sondern insgesamt zu einer Halbkolonie der ausländischen Mächte gemacht. Der Vortrag zeigt auf, wie Chinas Einbindung in die Weltgesellschaft vor und nach den Opiumkriegen aussah und welche Rolle dabei der Opiumhandel spielte. Es wird deutlich, dass die Annahme von der langen Isolation Chinas und dessen Öffnung durch die Westmächte im 19. Jahrhundert nicht haltbar ist.
Mechthild Leutner ist Universitäts-Professorin für Staat, Gesellschaft und Kultur des modernen China im Fach Sinologie am Ostasiatischen Seminar und Direktorin des Konfuzius-Instituts an der Freien Universität Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die neuere Geschichte und Zeitgeschichte Chinas.
Montag, 15. März 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
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Prof. Dr. Gudula Linck
Ausgehend von der Unterscheidung zwischen Körper-Haben und Leib-Sein geht es am Beispiel der chinesischen "Atemgymnastik" Qigong darum, chinesische Begriffe für Erinnern zu erläutern und ihre Bedeutung für das Leibgedächtnis auszuloten.
Gudula Linck hat Sinologie, Ethnologie und Japanologie studiert und war bis 2008 Professorin für Sinologie und geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Geschlechterforschung an der Universität Kiel. Ihre Qigong-Ausbildung, mit der sie vor mehr als zehn Jahren begann, erhielt Gudula Linck u.a. an der Universität Oldenburg.
Montag, 12. April 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
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Prof. Dr. Gu Xuewu
Die Zeichen mehren sich, dass eine Machtverschiebung auf globaler Ebene stattfindet - bei der es nicht nur Gewinner geben wird. Der Vortrag beschäftigt sich mit den Hintergründen dieser globalen Machtverschiebung und versucht herauszuarbeiten, ob und in welchem Ausmaß China von diesem Prozess betroffen ist. Dabei werden nicht nur die traditionelle hard power, sondern auch die soft power und die so genannte structural power untersucht und analysiert.
Gu Xuewu war von 2002 bis 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Politik Ostasiens und Leiter der Sektion Politik Ostasiens an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 1. Oktober 2009 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft und Direktor des Center for Global Studies an der Universität Bonn. Schwerpunkt seiner Arbeit sind Internationale Beziehungen.
Montag, 3. Mai 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
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Prof. Dr. Thomas Heberer
Unter dem Stichwort "Aufbau neuer sozialistischer Dörfer" findet in China eine gewaltige Transformation des ländlichen Raumes statt. Dieser Prozess signalisiert zugleich eine Abkehr von urbanen Entwicklungsschwerpunkten und eine Konzentration auf das Land und die Landbevölkerung. Anhand von Feldforschungsergebnissen und Bildern aus den Jahren 2008 und 2009 wird der Referent diesen Wandlungsprozess analysieren und auch auf Gegenstrategien der ländlichen Bevölkerung sowie Strategien lokaler Kader bei der Umsetzung eingehen.
Thomas Heberer ist Professor für Politik Ostasiens an der Universität Duisburg-Essen. Er beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit China und führt seit 1981 regelmäßig und in verschiedenen Regionen Chinas Feldforschung durch.
Montag, 7. Juni 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
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Dr. Margot Schüller
Für die meisten Nachbarländer in Asien ist China in den letzten Jahren der wichtigste Handelspartner und das wichtigste Herkunftsland ausländischer Direktinvestitionen geworden. Der wirtschaftliche Erfolg Chinas macht das Land zu einem attraktiven Partner in der Region, insbesondere bei den unmittelbaren (kontinentalen) Nachbarländern. Allerdings sind mit der stärkeren wirtschaftlichen Integration nicht nur neue Chancen, sondern auch Herausforderungen für die Länder in Südostasien verbunden, die im Vortrag angesprochen werden sollen. Darüber hinaus werden die Optionen und Reaktionsstrategien der Länder mit Blick auf ihre unterschiedlichen Ausgangsbedingungen diskutiert.
Margot Schüller ist wissenschaftliche Referentin am GIGA Institut für Asien-Studien mit dem Forschungsschwerpunkten Chinas Wirtschaft, Internationalisierung chinesischer Unternehmen und Vergleich asiatischer Innovationssysteme.
Mittwoch, 16. Juni 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
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Prof. Wang Changjiang, Hochschule des ZK der KPCh, Peking
Als Direktor der Abteilung Parteiaufbau der Hochschule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei China und Leiter des Zentrums für internationale Parteienforschung ist Wang Changjiang ein profunder Kenner der innerparteilichen Situation und als Wissenschaftler und politischer Berater eingebunden in den Reformprozess der KPCh. Er wird dem Reformflügel zugerechnet und ist bekannt für seine Analysen. Die Teilnehmer der Veranstaltung bekommen Einblicke in die aktuellen innerparteilichen Reformprozesse der KP China.
Vortrag in chinesischer Sprache mit deutscher Übersetzung.
Montag, 28. Juni 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
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Prof. Dr. Miranda Schreurs
Chinas ökonomisches Wachstum hat das Land modernisiert, wirtschaftliche und auch politische Freiheiten gebracht. Doch der erreichte Wohlstand hat seinen Preis: Die jährlichen Umweltschäden betragen bereits zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts - und sind damit genauso hoch wie das Wirtschaftswachstum. Zahllose Chinesen werden krank: Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jedes Jahr 250.000 Menschen wegen verschmutzter Luft in den Städten sterben. Inzwischen hat die Führung in Peking erkannt, dass nur die radikale Förderung alternativer Energien und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Ressourcen die Zukunft des Landes sichern können.
Miranda Schreurs ist Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft und Leiterin der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin.
Montag, 5. Juli 2010, 18 Uhr (s.t.)
R. 203 (großer Hörsaal)
Teilnahme kostenfrei, ohne Anmeldung,
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