
Gezeigt werden drei chinesische Spielfilme aus den letzten Jahren, die in den Randregionen der Volksrepublik China spielen. Diese Filme sind "ganz großes Kino", sie zeigen atemberaubende Landschaften, berückende Farben und Menschen, die auch aus han-chinesischer Sicht "exotisch" sind. Darüber hinaus loten die Filme auf verschiedene Weise das Spannungsverhältnis zwischen Peripherie und Zentrum aus und inszenieren auf diese Weise ein Nachdenken über China als Nation.
Auf wahren Begebenheiten beruhender Öko-Western, der vom erbitterten Kampf zwischen Wilderern und einer Freiwilligen-Patrouille zum Schutz der tibetischen Antilope erzählt.
Regie: Lu Chuan, Darsteller: Qi Liang, Tobgyal, China/Hongkong 2004, 95 min.
Donnerstag, 30. September 2010, 18 Uhr
Der naiven Logik seiner Hauptdarsteller folgend, stellt "Mongolian Pingpong" ganz selbstverständlich das allmähliche Eindringen moderner Zivilisation ins mongolische Hirtenleben dar.
Regie: Ning Hao, Darsteller: Hurichabilike, Geliban, Badema, Yideninnaribu, China 2005, 102 min.
Donnerstag, 28. Oktober 2010, 18 Uhr
Der Gewinner des Goldenen Bären 2008 handelt von der schönen und selbstbewussten Schafhirtin Tuya, die einen neuen Ehemann sucht. Bedingung: der neue muss sich auch um ihren alten kümmern.
Regie: Wang Quan'an, Darsteller: Yu Nan, Bater, Sen'ge, Zhaya, China 2006, 86 min.
Donnerstag, 25. November 2010, 18 Uhr
Moderation: Elena Meilicke
Den Auftakt zum Filmprogramm des Jahres 2010 machen drei aktuelle Dokumentarfilme, die China von ganz unterschiedlichen Seiten zeigen und seltene Einblicke in die chinesische Tradition und Gegenwart gewähren.
Alle Filme werden in Anwesenheit der Regisseurinnen und Regisseure gezeigt, die dem interessierten Publikum jeweils im Anschluss an die Filme Rede und Antwort stehen.
Galerieraum 102b oder Hörsaal 203, kostenfrei, ohne Anmeldung
Auf den Spuren ihrer Großeltern reist die Filmemacherin wenige Wochen vor der Flutung der Drei Schluchten den Yangtse flussaufwärts und wirft dabei Fragen nach dem Umgang mit Vergangenheit und Gegenwart auf.
Regie: Tamara Wyss, Deutschland 2004, 104 min
Donnerstag, 28. Januar 2010, 18 Uhr
Porträt der chinesischen Underground-Musikszene; zu Wort kommen u.a. der "Vater" der chinesischen Rockmusik Cui Jian, Chinas erste Frauenrockband "Cobra" und die Punkband "Hang on the Box".
Regie: Tina Naber & Marcus Müller-Witte, China/Deutschland 2009, 52 min
Donnerstag, 25. Februar 2010, 18 Uhr
Filmische Reise zu Akupunkteuren, Naturheilern, Kräuterärzten und daoistischen Nonnen. Persönliches Porträt einer Tradition im Wandel.
Regie: Solveig Klaßen, China/Deutschland/Finnland 2008, 81 min
Donnerstag, 25. März 2010, 18 Uhr
Jia Zhangke, geboren 1970, gehört zu den aufregendsten und interessantesten chinesischen Regisseuren der Gegenwart. Unabhängig produziert und mit Laienschauspielern gedreht, zeigen seine realistischen, dokumentarisch anmutenden Spielfilme ein China im radikalen Umbruch. Sie fokussieren die Gegenwart in dem Wissen, dass das, was heute da ist, morgen vielleicht nicht mehr existiert. Jias Filme erzählen immer auch von den tiefgreifenden Veränderungen, die der sozio-ökonomische Wandel im Inneren, im Privaten hinterlässt.
Porträt eines Kleinstadt-Ganoven, dem die Anpassung an die massiven Umwälzungen in seinem Umfeld schwer fällt. Eine filmische Begegnung auf Augenhöhe.
Regie: Jia Zhangke, Darsteller: Wang Hongwei, Hao Hongjian, Zuo Baitao, China, Hongkong 1997, 105 min.
Donnerstag, 29. April 2010, 18 Uhr
Gefeiert für den ästhetisch aufregenden Umgang mit dem neuen Medium Digital Video, erzählt "Unknown Pleasures" von zwei Teenagern, deren trostloses Leben einzig durch Popmusik und Karaoke versüßt wird.
Regie: Jia Zhangke, Darsteller: Zhao Weiwei, Wu Qiong, Zhao Tao, China 2002, 113 min.
Donnerstag, 27. Mai 2010, 18 Uhr
"Still Life" spielt in der apokalyptischen Abrisslandschaft der südchinesischen Kleinstadt Fengjie, die dem Drei-Schluchten-Staudamm zum Opfer fällt. Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig 2006.
Regie: Jia Zhangke, Darsteller: Zhao Tao, Han Sanming, China 2006, 108 min.
Donnerstag, 24. Juni 2010, 18 Uhr